Naturschutzgebiete
 

Dorsten

Bachsystem des Wienbaches

Im Nordwesten des Recklinghäuser Kreisgebietes findet sich dieser in Nordrhein-Westfalen einzigartiger Naturlebensraum. Mehr als 35 Kilometer Bachlandschaft bilden nördlich der Lippe, naturnah eingebettet in das Westfälische Tiefland, seit 2005 mit ca. 680 ha das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Kreis Recklinghausen. Eine hervorragende Wasserqualität in Verbindung mit der typischen Morphologie von Flachlandgewässern haben hier eine reiche Population an Fisch- und Rundmäulerarten  bewahrt. Einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung dieser Gewässer und ihres naturnahen Umlandes haben in den zurückliegenden Jahren eine zurückhaltende örtliche Siedlungspolitik im Zusammenspiel mit einer naturschonenden Land- und Forstwirtschaft geleistet. Das Schutzgebiet "Bachsystem des Wienbaches", in dem der Wienbach selbst, Midlicher Mühlenbach, Hammbach, Kalter Bach sowie der Rhader Mühlenbach und der Hervester Bruchgraben liegen, ist von der Bundesrepublik Deutschland als ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung, gemäß der FFH-Richtlinie der Europäischen Union gemeldet worden. Mit seiner einzigartigen Fauna soll das Bachsystem für andere Gewässersysteme die Grundlage zur Wiederbesiedlung mit natürlichen Organismen liefern. Bild: Wurzelstock im Kalter Bach

Bergbauliche Einwirkungen haben allerdings in den zurückliegenden Jahren die natürliche Vorflut des Wienbaches zur Lippe unterbrochen. Wandernde Arten der Gewässer finden kaum noch ihren Weg in andere Gewässer und der Austausch mit anderen Gewässersystemen ist erschwert.
 
Ein planerischer Ansatz zur Erhaltung der ökologischen Funktion des Gewässers wird somit in den nächsten Jahren sein, die Wandermöglichkeiten für Fische und Rundmäuler wieder herzustellen.

Bild: zu renaturierender Abschnitt des Wienbaches Unabdingbar gehört zu dem naturnahen Gewässersystem ein schützendes Gewässerumfeld. Feuchte Wiesen und naturnahe Wälder, einbezogen in das Naturschutzgebiet begleiten die Bäche, schirmen diese ab und tragen durch ihre Filterfunktion wesentlich zur Erhaltung der hohen Wasserqualität bei.
Der eindruckvollste Teil dieser Feuchtwiesenkomplexe findet sich nahe Dorsten im Hervester Bruch. Zahlreiche Vogelarten, darunter brütende Störche, haben hier einen idealen Lebensraum.

Zusammen mit den benachbarten, älteren Naturschutzgebieten Wittenberge und Deutener Moore, Rhader Wiesen und Wessendorfer Elven liegen im Norden der Stadt Dorsten mehr als 1000 ha Naturschutzgebiet. 
Zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Bachlebensräume beabsichtigt das Vestische Umweltzentrum, die Durchgängigkeit und die Strukturen (Lebensraumqualität) der Bachläufe zu verbessern. Barrieren sollen beseitigt und Durchlässe vergrößert werden. Die Bachufer sollen mit Röhricht und typischen Gehölzen angereichert werden. Ufernahes Grünland soll möglichst weiter extensiviert und Pufferstreifen zu angrenzendem Ackerland geschaffen werden. Zur Umsetzung dieser Ziele setzt das Umweltzentrum weiterhin auf die Kooperation mit den landwirtschaflichen Betrieben. Neben dem Ankauf von Grundstücken kommen auch bewährte Methoden wie der Vertragsnaturschutz, Pacht und finanzielle Entschädigung für Ertragsausfälle infolge extensiver Bewirtschaftung in Betracht.
 

Karte: Bachsystem des Wienbaches

Karte: NSG Bachsystem des Wienbaches (violett) und angrenzende Naturschutzgebiete (Rot)

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