Naturschutzgebiete
 

Gemeinde Schermbeck

Neben dieser Darstellung der Schermbecker Gebiete befassen sich auch die Internetseiten der Biologischen Station Wesel www.bskw.de sowie des Regionalverbandes Ruhrgebiet www.rvr-online.de mit den Naturerlebnisgebieten.
Es werden u. a. in den jeweiligen Naturerlebnisgebieten Exkursionen angeboten.

Zum Schutz wertvoller Naturbestandteile wurden in der Gemeinde Schermbeck bisher für folgende Flächen landschafts-/naturschutzoriente Festsetzungen getroffen (Stand: 31.12.1999, Kreis Wesel):

Schutzausweisungen und einstweilige Sicherstellungen durch ordnungsbehördliche Verordnungen:
Trockenheide in der Üfter Mark 38,0 ha
Lippeauen bei Damm-Bricht (Teilflächen) 728,0 ha
Loosenberge 10 ha
Lichtenhagen 101,5 ha
Im Torfvenn/Rehrbach 273,5 ha

Generell möchte die Gemeinde Schermbeck in diesem Zusammenhang festhalten, daß die Beachtung der Umwelt- und Naturschutzbestimmungen und der Respekt vor Flora und Fauna für alle Besucher das oberstes Gebot sein sollte. Es gilt diese Gebiete mit allen dort vorhandenen reizvollen Besonderheiten zu erhalten.

Naturschutzgebiet Lippeaue

Das Lippegebiet zeigt ein ganz anderes Landschaftsbild der Gemeinde Schermbeck. Bevor die Lippe, die von Osten her durch Schermbecker Gebiet verläuft, dem Rhein bei Wesel zufließt, gestaltet sie in Schermbeck ein landschaftliches Highlight. Weiden, Äcker, Waldstücke und Ginsterheiden säumen den ruhig dahinfließenden Wasserlauf, dessen Uferböschungen an vielen Stellen steil abfallen. Die von der Lippe geschaffene Niederung ist bei Damm/Bricht Teil des Feuchtwiesen-Schutzprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen und ist mit ca. 728 Hektar größtes Naturschutzgebiet in Schermbeck. Man sieht Erlenbruchwälder sowie die für den Niederrhein charakteristischen Schneitel- oder Kopfbäume. An den Bächen und Altwassern der Flussaue, Zeugnis früherer regelmäßiger Überschwemmungen, zeigt sich eine große Pflanzenvielfalt. Das Frühlingsbild der Aue ist besonders reizvoll, wenn die Sumpfdotterblumen die Auewiesen leuchtend gelb färben und die Wasserfeder ihre weißen Blüten über die Wasseroberfläche der Tümpel hebt. Farbige Akzente setzen seltene Wildblumenarten wie der purpurfarbene Gefingerte Lerchensporn; im Sommer blüht stellenweise die hellblaue Nesselblättrige Glockenblume. Botanische Kostbarkeiten aus Großvaters Bestimmungsbuch haben in der Lippeaue überlebt, beispielsweise die bundesweit gefährdete Steppenwolfsmilch. Darüber hinaus wurden mehr als 120 verschiedene Vogelarten in der Lippeaue nachgewiesen. Mit etwas Glück kann man Heidelerche, Baumpieper oder Nachtigallen beobachten, vereinzelt brütet hier der seltene blaugefiederte Eisvogel. Des Öfteren lässt sich der Kormoran blicken.
Wie in allen Naturschutzgebieten gilt auch in der Lippeaue, dass die Nutzung unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes und Landschaftsschutzes erfolgen muss. Um dies zu gewährleisten wurde ein Lippenutzungskonzept erarbeitet. Dieses Konzept hat die Zielsetzung, die vorhandenen Tourismusströme zu lenken. Die Lippe bietet gerade in diesem Bereich faszinierende Einblicke in die Natur. Durch ihren ruhigen Verlauf eignet sie sich in idealer Weise zum Kanufahren. Vom Kanu sind Sichtachsen möglich, die sich den normalen Betrachter nicht bieten. Viele Anbieter von Kanutouren haben das Lippegebiet von Schermbeck bis nach Krudenburg (Hünxe) oder bis nach Wesel in ihr Angebot aufgenommen. Unter der folgenden Internetadresse können Sie sich einige Angebote und Möglichkeiten anzeigen lassen www.lippe-kanu-touren.de .
Diese professionellen Angebote erfahren immer mehr Beliebtheit und sind umweltverträglich zusammengestellt.

Naturschutzgebiet Loosenberge

Naturschutzgebiet Loosenberge in Schermbeck

Die Dammer Windmühle wurde um 1830 errichtet. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurde nicht mehr mit Windkraft gemahlen. Im Oktober 1983 erhielt die Mühle neue Flügel. Nunmehr gilt sie als Wahrzeichen des Ortsteiles Damm. Übrigens ist sie durch die Grenzlage der Gemeinde Schermbeck die östlichsten Windmühle des Niederrheins.
Die selbstständige Gemeinde Damm (Amtsverwaltung Schermbeck, Kreis Rees) wurde im Rahmen der kommunalen Neugliederung (1975) zum Ortsteil Damm (Gemeinde Schermbeck, Kreis Wesel). Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Xantener Totenbuch (Damme) 11/12. Jahrhhundert. Durch die kleine Ortschaft, welche seinerzeit wie heute landwirtschaftlich geprägt war/ist, verläuft die napoleonischen Allee (B 58).Die Bahnlinie Wesel-Schermbeck (-Damm-) wurde 1873 in Betrieb genommen. Durch die Bemühungen des seinerzeitigen Regionalverbandes Ruhrgebiet entstand auf der ehemaligen Bahntrasse eine Radwegeverbindung die unmittelbar oberhalb des Naturschutzgebietes verläuft. Die Lippe wurde aufgrund des "Wesel-Datteln-Kanal" auch hier zwischen 1928-1930 verlegt.
Das Gebiet "Loosenberge" (Damm/Drevenack) wurde 1939 unter Naturschutz gestellt. Dadurch ist der Charakter der früher ausgedehnten Wacholderheiden in diesem Raum erhalten geblieben. Einige grundwassernahe, pfeifengrasreiche Niederungen durchsetzen die trockenen Dünenfelder. Bemerkenswert ist in dem Dünengelände die stellenweise reiche Strauchentwicklung der Edelkastanie, die sich im Laufe der Zeit auf den warmen Sandböden und bei dem vorherrschenden atlantischen, wintermilden Klima stark ausgebreitet hat. Im Naturschutzgebiet "Loosenberge" hat der verbreitet vorkommende Wacholder sein größtes, nach Westen vorgeschobenes, zusammenhängendes Areal rechts des Rheins. Die Kiefernwäldern sind ebenso wie die größeren Faulbaum- und Schwarzerlenbestände an den sumpfigen Rändern für Amphibien und Reptilien von besonderer Bedeutung. Diese Heidelandschaft ist durch den Einfluss des Menschen entstanden. Als ein für die Landwirtschaft wegen des lockeren Sandbodens unbrauchbares Gebiet dienten die Loosenberge lange Zeit als Weide für Schafe, die den ursprünglich hier vertretenen Eichen-Birken-Wald zerstörten und dann nicht wieder hochkommen ließen. Dieser Schafweide verdanken die Wachholerbestände ihre Existenz, da sie ebenso wie die Besenheide von den Tieren verschmäht wurden. Daneben wachsen hier typische Heidepflanzen wie Besenginster, Sandsegge und Silbergras. Als die Schafbeweidung entfiel, drohte dieses ökologische System der offenen Heidelandschaft verloren zu gehen, denn die typische Flora und Fauna wurde durch die Ansamung von Birken, Eichen und Faulbaum zunehmend verdrängt. Die Naturschützer taten deshalb vor einigen Jahren das Naheliegende, um den Erhalt der Heidevegetation zu sichern. Sie führten die regelmäßige Schafbeweidung wieder ein, die guten Erfolg zeigt.

Naturschutzgebiet Lichtenhagen

Naturschutzgebiert Lichtenhagen in Schermbeck

Zwischen dem Staatsforst Wesel "Dämmerwald" mit den zahlreichen Bachauen und dem Schermbecker Mühlenbach oberhalb der Landwehr schließt sich zum Ortskern eine Landschaft an, die als "Lichtenhagen" bekannt ist. Hier wurden früher zahlreiche Tongruben für die heimische Ziegelwirtschaft ausgebeutet. In diesem Gebiet finden sich mehrere Abgrabungen. Das heute als "Naturschutzgebiet Lichtenhagen" ausgewiesene ehemalige Abgrabungsgebiet ist ein Beweis dafür, dass industrielle Nutzung und ökologisch ausgerichtete Landschaftspflege ineinander greifen können. Dass einige dieser ehemaligen Tongruben erhalten blieben, hat sich als ein Glücksfall für die Natur erwiesen, denn es bildete sich im Laufe der Jahrzehnte eine wertvolle ökologische Nische mit offenen Wasserflächen, Niedermoor, Bruchwald, Heideflächen und Feuchtwiesen. In dem rund 100 Hektar großen Gebiet, das 1986 unter Schutz gestellt wurde, finden zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. So gedeihen hier feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben und Binsen. Fachleute fanden mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten, von denen um 40 auf der Roten Liste gefährdeter Arten zu finden sind. Ebenso bemerkenswert ist der Artenreichtum der Tierwelt. Seltene Vögel finden im Lichtenhagen einen Lebensraum. Im Nass der Tongruben haben sich zahlreiche Amphibienarten angesiedelt, darunter Feuersalamander und Grasfrosch. Auch die sehr seltenen Kreuzottern, Blindschleichen und 20 Libellenarten sind Teil des großen Artenreichtums, den es zu erhalten gilt.
Die Lichtspiegelungen in dem Feuchtgebiet lassen Ihren Spaziergang oder Ihre Wanderung zu einem besonderen Erlebnis werden.

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