Gemeinde Schermbeck
Gemeinde Schermbeck
Lippe
Die Lippe entspringt am Fuße von Teutoburger Wald und Eggegebirge aus mehreren Quellen. Unterirdische Wasserspeicher im Karstuntergrund geben ihr eine kräftige Wasserzuführung auch in Trockenzeiten. Seit der letzten Eiszeit fließt sie nach Westen dem Rhein zu. Über ihren gesamten, heute 220 km langen Verlauf am Südrand der Westfälischen Bucht von Bad Lippspringe bis Wesel hat sie ein Gefälle von nur 123 m. An einigen Stellen steigt der Mergel aus dem Untergrund bis an die Flusssohle auf und bildet natürliche Stromschnellen.
Es ist davon auszugehen, dass die Lippe seit frühster Zeit mit Feldbooten und nach dem Aufkommen von Wald auch mit Einbäumen befahren worden ist. Sicherlich ist die Lippe vielerorts als Trasse der Römer bekannt. Als Flachlandfluss bot die Lippe -die Lupia der Römer- diesen bei dem Versuch, Germanien bis zur Elbe ihrem Reich einzugliedern, einen willkommenen Transportweg für ihren Nachschub durch die ausgedehnten Wälder und Sümpfe. Entsprechend wurden entlang des Flusses mehrere Lager aufgefunden: Holsterhausen, Haltern, Oberaden/Aliso und Anreppen. Mit den Fahrzeugen der Römerzeit wird erstmals regelrechte Schifffahrt auf der Lippe betrieben worden sein.
Diesen alten Weg der Römer verfolgt die RÖMER ROUTE als Fahrradroute seit 1993 und führt alljährlich tausende Fahrradfahrer von Xanten über Schermbeck nach Detmold.
Das Potenzial der Lippe wurde auch nach den Römern erkannt. Städte entstanden -die dem Städtebund der Hanse beitraten- und es entwickelte sich ein reger Handelsverkehr, selbst ein Schiffsbau war zu verzeichnen. Vielerlei Güter wurden transportiert, die mit Zöllen belegt wurden. Aufgrund dessen wurden Zollstellen an der Lippe eingerichtet. Diese Einnahmequelle war den Landesherren willkommen und wichtig, aber die durchgängige Schiffbarmachung und der daraus zu erwartende Handel anscheinend nicht so.
Eine durchgängige Schifffahrt war durch die unterschiedlichen Interessen der jeweiligen Landesherren vom 12. bis zum 19. Jahrhundert kaum möglich. Erst als die Lippe durchgängig preußisch wurde, war eine Vereinfachung der Schifffahrt erkennbar. Allerdings verlor die Lippe ca. 1850 wieder an Bedeutung, da das Eisenbahnnetz erheblich ausgebaut wurde. Um 1880 geht die Schifffahrt auf der Lippe gegen null.
Heute ist die Lippe nicht nur in Teilbereichen ein hochrangiges Schutzgebiet sondern auch ein Freizeitfluss für den Kanusport.
Wesel-Datteln-Kanal
Im Jahre 2005 feierte der Wesel-Datteln-Kanal sein 75-jähriges Bestehen. Der Wesel-Datteln-Kanal (WDK) ist einer der verkehrsreichsten Schifffahrtskanäle in Deutschland. Der 60 km lange WDK wird von der Schifffahrt in erster Linie als Durchgangswasserstraße vom und zum östlichen Ruhrgebiet sowie vom und zum Dortmund-Ems-Kanal in Richtung Norden bzw. Osten genutzt. Der WDK verbindet unsere Region mit dem Rhein.
Was die Lippe in vergangenen Tagen gewährleistet hat übernimmt heute u. a. der WDK. Ohnehin hätte die Lippe kaum den heutigen Ansprüchen der Schifffahrt gerecht werden können. Aber der WDK wird nicht nur der Binnenschifffahrt gerecht sondern auch in zunehmendem Maße für Freizeitaktivitäten genutzt. Vom Radfahrer, Wanderer, Angler, Ruderer bis zum Freizeitschifffer trifft man am und auf dem WDK alles an.