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Stadt Wesel
Wildgatter im Diersfordter Wald
Von den derzeit in der Niederrheinregion stark geschrumpften
und kaum noch miteinander in Kontakt stehenden Splittervorkommen lebt im
Kreis Wesel das Rotwild gegenwärtig mit Ausnahme des Bestandes im
Diersfordter Wildgatter noch im Dämmerwald und in dem sich anschließenden,
vorbildlich betreuten Revier Üfter Mark (beides Gemeinde Schermbeck), wo
Kontaktbrücken zum benachbarten Kreis Borken bestehen. Trotz geringer
Rotwildbejagung beträgt der gegenwärtige Bestand im Wildgatter nicht mehr
als 25 bis 30 Tiere. Außerhalb des Gatters wurde 1989 der letzte Hirsch
erlegt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich das in den vorhergehenden
Jahrzehnten im Diersfordter Wald nur als Wechselwild vorkommende Schwarzwild
wieder fest an. Es überlebte allerdings in den Folgejahren nur im
Wildgatter.
Damwild wurde als eine für den Diersfordter Wald neue Wildart zwei bis drei
Jahre nach der Gatterinstandsetzung 1965 darin ausgesetzt. Mit der
Reduzierung des auf 120 Tiere angewachsenen Bestandes wurde vor drei Jahren
begonnen. Der Zielbestand von 30 Stück Damwild ist derzeitig noch nicht
erreicht.
1967 ließ der inzwischen verstorbene Siegfried Graf zu Stolberg-Wernigerode
aus jagdlichem Interesse im Wildgatter als weitere Schalenwildart Muffelwild
aussetzen. Es stammte aus einer Wildhandlung in Krechtingen. Diese
ursprünglich im mediterranen Raum beheimateten Wildschafe haben sich anfangs
im Gatter gut vermehrt. Durch eine zumindest zeitweilig zu starke und
teilweise einseitige Bejagung stärkerer Trophäenträger erfolgte nicht nur
eine erhebliche Bestandsreduzierung, sondern es bestand auch eine gestörte
Alterklassenstruktur dieser kleinen im Wildgatter lebenden Population. So
sind z.Z. nur jüngere Widder und meist ältere Schafe vorhanden, die
allerdings 2004 einen zufriedenstellenden Nachwuchs brachten.
Hirschkäfer im Diersfordter Wald
Eine besondere Charakterart im Diersfordter Wald ist der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Er hat hier sein größtes Vorkommen in NRW. Der Bestand wird regelmäßig von der Biologischen Station im Kreis Wesel überprüft. Ergebnisse aus Fang- und Wiederfangversuchen im Jahre 1996 ergaben, dass alleine auf einer ca. 6,25 ha großen Fläche innerhalb weniger Tage etwa 5.500 Tiere schlüpften.