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Stadt Olfen
Kanalbrücke Alte Fahrt - Lippe
Diese historische Kanalbrücke, mit deren
Hilfe die sogenannte "Alte Fahrt" des Dortmund-Ems-Kanals die Lippe
überquert wurde, befindet sich im Bereich Lehmhegge und kann nur zu Fuß über
die alten Betriebswege des Kanals erreicht werden
Um eine einheitliche Kanalhaltung
zwischen Henrichenburg und Münster zu erreichen, wurde der
Dortmund-Ems-Kanal in den Flusstälern von Lippe und Stever zwischen
hohen seitlichen Dämmen geführt. 1895 wurde diese Kanalüberführung der Lippe
fertig gestellt. Sie präsentiert sich in drei mächtigen Bögen aus
Ruhrsandstein. Mit einer Spannweite von je 21 Metern wölbt sich die Brücke
18 Meter über dem Wasserspiegel der Lippe. Der Brückentrog ist 15 Meter
breit und 70 Meter lang.

Am Fuße der
Kanalüberführung über die Lippe liegt das ehemalige Pumpwerk von 1897 zur
Speisung des Dortmund-Ems-Kanals mit Lippewasser. Ein Bassin neben dem Fluss
nahm das aus der Lippe fließende Wasser auf, das anschließend mit Hilfe von
Dampfkraft in den Kanal gehoben wurde. Dazu wurden fünf Röhrendampfkessel
von 200 Quadratmeter Heizfläche nebst Wasserreinigungsapparat sowie drei
Dampfpumpen installiert. Mit Eröffnung des Datteln-Hamm-Kanals wurde im Juli
1914 das Pumpwerk an der Lippe außer Betrieb gesetzt und durch die
Wasserübergabe in Hamm ersetzt. Das ehemalige Maschinenhaus befindet sich in
Privatbesitz und ist nicht zugänglich. Ein Teil der Förderanlagen ist neben
der Brücke noch erhalten

Die "Schiefe Brücke"
Die "Schiefe Brücke" von Olfen,
berühmt wegen ihrer Einzelsteinmeißelung, wurde Ende des 19. Jahrhunderts,
noch vor der Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals fertiggestellt. Sie gehört zu
einem Ensemble von über 300 so genannten Kunstbauten – Schleusen,
Brücken, Ein- und Durchlässe, Düker, das Lipper Pumpwerk -, die im
Zusammenhang mit dem Bau des Schiffshebewerks Henrichenburg entstanden und
immer ein bisschen in dessen Schatten gestanden haben.
Eine architektonische Besonderheit der
"Schiefen Brücke" von Olfen sind die Stirnseiten (Ansichtsflächen). Für sie
wurde, da sich der Kohlensandstein für die Gestaltung schwieriger
Architekturformen weniger eignete, der rötliche Sandstein von Eichsfeld aus
dem Arenhausener Bruch bei Kassel verwandt. Federführend beim Bau der
Olfener Unterführung an der Oststraße war der
Königlich-Preußische Oberbaudirektor K. Hinckeldeyn. Die Bauarbeiten
dauerten von 1894 bis 1897, der Tag des "Gewölbeschlusses", des Richtfestes
war der 1. September 1894. Die äußere Gestaltung der Brücke wird vom
Historismus des späten 19. Jahrhunderts bestimmt, wobei sie sich an die alte
Burg- und Wehrbauarchitektur anlehnt.
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Kanalüberführung
Alte Fahrt Olfen - Stever
Unweit der "Schiefen Brücke" befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit:
Die historische Kanalbrücke über die Stever, die den Dortmund-Ems-Kanal über
den Fluss leitete. Sie wurde 1894 errichtet und ähnelt in ihrer Bauweise
sehr stark der Kanalüberführung an der Lippe (s.u.) . Die Strecke führt dann
weiter bis zum historischen Sperrtor in Olfen, mit dem das Ende der Alten
Fahrt fast erreicht ist.
Die Alte Fahrt ist das ursprüngliche Bett
des Dortmund-Ems-Kanals. Nach zwanzig Jahren Betriebszeit musste diese
Wasserstraße aufgrund des ständig wachsenden Schiffsverkehrs erweitert
werden. Dazu wurde das Kanalbett an den Stellen, an denen es tiefer als das
Erdniveau lag, ausgebaggert. Schwieriger war es dort, wo das Kanalbett weit
über dem sonstigen Gelände lag. Um den Kanal nicht über Jahre schließen zu
müssen, wurden hier "Neue" oder "Zweite" Fahrten mit größerem Querschnitt
gebaut. Außerdem konnte dabei das Kanalbett begradigt werden. Von Datteln
aus wurde 1929 bis 1937 eine neue Kanalstrecke Richtung Lüdinghausen gebaut.
In Datteln bietet sich die Gelegenheit mit neuer Klaukebrücke (1994) und
neuem Sperrtor die aktuellen Bauwerke des Dortmund-Ems-Kanals mit den
historischen zu vergleichen.

Die Neue Fahrt wurde zunächst Ende der
1920er Jahre als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durchgeführt und nach der
Machtergreifung der Nationalsozialisten durch KZ-Häftlinge aus dem
Börgermoor fertig gestellt.
Quelle: route-industriekultur.de